Die skulpturale Arbeit mit Ton ist faszinierend und auf eine ganz eigene Art und Weise entschleunigend. Gesichter, Skulpturen, Körper entstehen aus einem scheinbar leblosen Klumpen Erde.

Wer einmal mit Ton gearbeitet hat, weiß aber, dass das Material sehr wohl ein Eigenleben hat. Es lässt sich wunderbar formen, aber immer ohne Zwang, das Modellieren mit Ton ist eine wunderbare haptische, aber auch sinnliche Erfahrung. Ich nenne diese Arbeit gerne „haptische Meditation“. Wer gerne zur inneren Ruhe kommen möchte, aber für eine „gewöhnliche“ Meditation zu unruhig ist und überdies eine kreative Idee in sich spürt, ist hier richtig. Die Gedanken beim Modellieren sind konzentriert, ja geradezu zentriert.  Ich selbst neige zum Grübeln, aber wenn ich ein Stück Ton unter meinen Händen spüre und mit meiner Arbeit beginne, bin ich ganz bei mir, kein (Neben)gedanke trübt meine Sinne oder meine Kreativität.

 Ton bietet ungeahnte Möglichkeiten, sich  auszudrücken.

Stress und Hektik verlieren sich, aber immer vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein. Hier ist mal wieder der Weg das Ziel, aber das Ergebnis einzigartig. Gerade die skulpturale Arbeit erfordert Geduld, ein „sich einlassen auf das Geschehen“ ist unumgänglich. Schon bei der Vorbereitung kannst du den Ton in deinen Händen spüren, kühl und glatt liegt er in deiner Hand, bereit, etwas ganz Neues, einzigartiges, nie zuvor da gewesenes – eben ein Unikat, dein Unikat entstehen zu lassen.

 

Wer einmal diese Faszination erlebt hat, wenn die Skulptur plötzlich „lebt“ , die Augen einen Blick bekommen, den lässt diese Kunst nicht mehr los. 

 

 

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele. 

Pablo Picasso